Security-Glossar: Fachbegriffe verständlich erklärt

Nachschlagewerk der wichtigsten Begriffe aus der IT-Sicherheit – von SIEM, SOC und XDR über NIS2, ISO 27001 und Zero Trust bis zu Ransomware, Threat Hunting und Penetrationstest. Ebenso die Grundbegriffe, nach denen am häufigsten gesucht wird – Zwei-Faktor-Authentifizierung, CAPTCHA, Spoofing, Botnetz, Backdoor, Keylogger, Honeypot und die CIA-Triade – und die englischen Fachbegriffe, die im Alltag mitlaufen: Vulnerability Assessment, VAPT, DAST, SAST, Breach and Attack Simulation, OWASP Top 10 und MSSP. Jeder Eintrag ist in wenigen Sätzen ohne Fachjargon erklärt.

Standards & Compliance

ISO 27001 (ISO/IEC 27001)

Internationaler Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS), der Anforderungen zur systematischen Absicherung von Informationswerten definiert.

NIS2 (Network and Information Security Directive 2)

EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit, die kritische Infrastrukturen zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und Meldepflichten verpflichtet.

DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)

EU-weit gültige Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten, die Unternehmen zu transparenter Datenverarbeitung und technischen Schutzmaßnahmen verpflichtet.

BSI-Grundschutz (IT-Grundschutz)

Vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelter Standard mit Maßnahmen zur IT-Sicherheit für Behörden und Unternehmen.

KRITIS (Kritische Infrastrukturen)

Einrichtungen mit besonderer Bedeutung für das Gemeinwesen (Energie, Wasser, Gesundheit …), die strengen gesetzlichen Sicherheitspflichten unterliegen.

DORA (Digital Operational Resilience Act)

EU-Verordnung, die den Finanzsektor zu digitaler operativer Widerstandsfähigkeit und striktem IKT-Risikomanagement verpflichtet.

TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange)

Branchenstandard der Automobilindustrie zur Bewertung und zum Austausch von Informationssicherheits-Nachweisen zwischen Partnern.

VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch)

Einstufung für behördliche Dokumente in Deutschland, die besondere Schutzmaßnahmen beim Umgang erfordert.

PCI-DSS (Payment Card Industry Data Security Standard)

Sicherheitsstandard für Unternehmen, die Kreditkartendaten verarbeiten, speichern oder übertragen.

SOC 2 (Service Organization Control 2)

Audit-Standard, der bewertet, wie gut ein Dienstleister Daten hinsichtlich Sicherheit, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit schützt.

NIST CSF (NIST Cybersecurity Framework)

US-Framework mit fünf Kernfunktionen (Identify, Protect, Detect, Respond, Recover) zur strukturierten Cybersicherheit.

BCM (Business Continuity Management)

Systematischer Ansatz, um kritische Geschäftsprozesse auch bei Störungen oder Ausfällen aufrechtzuerhalten oder schnell wiederherzustellen.

IT-SiG 2.0 (IT-Sicherheitsgesetz 2.0)

Deutsches Gesetz von 2021, das die Pflichten für Betreiber kritischer Infrastrukturen verschärft und Systeme zur Angriffserkennung vorschreibt. Es gilt neben dem NIS2-Umsetzungsgesetz weiter; die Anforderungen überschneiden sich in weiten Teilen.

OSSTMM (Open Source Security Testing Methodology Manual)

Methodenhandbuch für Sicherheitsprüfungen, das Vorgehen und Nachvollziehbarkeit standardisiert. Wird neben dem BSI-Durchführungskonzept und dem OWASP-Leitfaden als Grundlage für den Aufbau von Penetrationstests herangezogen.

NIS2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG)

Das deutsche Gesetz, mit dem die EU-Richtlinie NIS2 in nationales Recht überführt wurde; in Kraft seit dem 6. Dezember 2025. Während die Richtlinie die Ziele vorgibt, regelt das Gesetz die konkreten Pflichten, Fristen und Bußgelder für Unternehmen in Deutschland.

CIS Controls (Center for Internet Security)

Priorisierter Katalog konkreter Sicherheitsmaßnahmen, ergänzt um die CIS Benchmarks mit Härtungsvorgaben für einzelne Systeme. Praxisnäher als eine Norm, weil er sagt, was zuerst zu tun ist.

ASV (Approved Scanning Vendor)

Vom PCI Security Standards Council zugelassener Anbieter, der die für PCI-DSS vorgeschriebenen externen Schwachstellen-Scans durchführen darf.

Angriffe & Bedrohungen

Ransomware (Erpressungssoftware)

Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und für die Entschlüsselung ein Lösegeld fordert – eine der größten Bedrohungen für Unternehmen.

Phishing

Täuschungsversuch per E-Mail, SMS oder Anruf, um Zugangsdaten oder sensible Informationen zu erbeuten – Ausgangspunkt der meisten Angriffe.

APT (Advanced Persistent Threat)

Hochentwickelter, gezielter Angriff, bei dem Angreifer sich langfristig und unbemerkt in einem Netzwerk einnisten.

Zero-Day (Zero-Day-Schwachstelle)

Eine Sicherheitslücke, die ausgenutzt wird, bevor der Hersteller sie kennt oder ein Patch existiert.

Malware (Malicious Software)

Sammelbegriff für Schadsoftware wie Viren, Trojaner, Würmer und Spyware, die Systeme kompromittieren.

Social Engineering

Manipulation von Menschen, um sie zur Preisgabe von Informationen oder zu sicherheitskritischen Handlungen zu bewegen.

BEC (Business Email Compromise)

Betrug, bei dem sich Angreifer als Führungskraft oder Geschäftspartner ausgeben, um Überweisungen oder Daten zu erschleichen.

DDoS (Distributed Denial of Service)

Überlastungsangriff, bei dem ein Dienst durch eine Flut von Anfragen aus vielen Quellen lahmgelegt wird.

Supply-Chain-Angriff (Lieferketten-Angriff)

Angriff über einen schwächer geschützten Zulieferer oder Dienstleister als Einstiegspunkt ins eigentliche Ziel.

Lateral Movement (Seitwärtsbewegung)

Ausbreitung eines Angreifers im Netzwerk nach dem ersten Zugriff, um weitere Systeme und höhere Rechte zu erlangen.

Credential Stuffing

Automatisiertes Ausprobieren gestohlener Zugangsdaten auf vielen Diensten – erfolgreich bei wiederverwendeten Passwörtern.

Insider-Bedrohung (Insider Threat)

Risiko durch eigene Mitarbeiter oder Partner – ob vorsätzlich oder fahrlässig – mit legitimem Zugang zu Systemen.

Log4Shell (CVE-2021-44228)

Schwachstelle in der weit verbreiteten Java-Bibliothek Log4j, über die sich durch eine simple Zeichenkette in einem Logeintrag beliebiger Code ausführen ließ. Lehrstück dafür, wie eine Lücke in einer Abhängigkeit Zehntausende Systeme gleichzeitig betrifft.

EternalBlue (MS17-010)

Schwachstelle im Windows-Dateifreigabeprotokoll SMBv1, mit der sich Schadsoftware ohne Zutun eines Nutzers im Netzwerk ausbreitet. Grundlage von WannaCry und NotPetya – und in ungepatchten Netzen bis heute zu finden.

Zerologon (CVE-2020-1472)

Fehler im Anmeldeprotokoll von Windows-Domänencontrollern, der die Übernahme der gesamten Domäne in Sekunden erlaubte. Standardfund in internen Penetrationstests, wenn die Patchstände hinterherhinken.

Living off the Land (LOLBins, etwa PsExec oder rundll32.exe)

Angriffstechnik, die ausschließlich Bordmittel des Betriebssystems nutzt, statt eigene Schadsoftware mitzubringen. Weil die verwendeten Programme legitim sind, schlägt der Virenschutz nicht an – auffällig wird erst das Verhalten.

DNS-Spoofing (DNS Cache Poisoning)

Manipulation der Namensauflösung, sodass ein richtig eingegebener Domainname auf einen Server des Angreifers führt. Der Nutzer merkt nichts, weil in der Adresszeile die erwartete Adresse steht.

Wörterbuchangriff (Dictionary Attack)

Systematisches Durchprobieren gebräuchlicher Passwörter aus vorbereiteten Listen. Erfolgreicher als reines Ausprobieren, weil Menschen zu denselben Mustern greifen – deshalb helfen Sperren nach Fehlversuchen und Mehr-Faktor-Anmeldung mehr als Komplexitätsregeln.

Sniffing (Netzwerk-Mitschnitt)

Mitlesen des Netzwerkverkehrs, um Zugangsdaten oder Sitzungsinformationen abzugreifen. Im WLAN und in unsegmentierten Netzen besonders einfach – und der Grund, warum unverschlüsselte Protokolle im Firmennetz nichts zu suchen haben.

Cryptojacking (Kryptomining-Schadsoftware)

Heimliche Nutzung fremder Rechenleistung zum Schürfen von Kryptowährung. Richtet keinen unmittelbaren Datenschaden an, kostet aber Strom und Leistung – und beweist, dass jemand Code auf dem System ausführen kann.

Malvertising (Schadcode über Werbenetzwerke)

Ausspielung von Schadcode über reguläre Online-Werbung. Der Nutzer muss keine zweifelhafte Seite besuchen – es genügt eine seriöse Seite, die eine kompromittierte Anzeige einbindet.

Erpresser-Mail (Sextortion-Spam)

Massenhaft versandte Drohmail, die behauptet, Postfach oder Webcam seien gehackt, und Zahlung in Kryptowährung fordert. Als Beweis dient meist ein altes Passwort aus einem Datenleck oder die eigene Absenderadresse als Absender – beides ist gefälscht und kein Zeichen einer Kompromittierung.

Hackergruppe (Bedrohungsakteur, Threat Actor)

Organisierte Gruppe hinter Angriffen – von finanziell motivierten Ransomware-Banden bis zu staatlich gesteuerten Akteuren. Wer angreift, bestimmt das Vorgehen: Ein Erpresser will Geld und Aufmerksamkeit, ein Spion will unbemerkt bleiben.

Spoofing (Identitätsfälschung)

Vortäuschen einer fremden Identität, um Vertrauen zu erschleichen: gefälschte Absenderadressen in E-Mails, manipulierte Anrufernummern, nachgebaute Webseiten. Technische Gegenmittel im Mailverkehr sind SPF, DKIM und DMARC.

Botnetz (Botnet)

Verbund gekaperter Rechner, die ein Angreifer zentral steuert – für Überlastungsangriffe, Spam-Versand oder das Durchprobieren gestohlener Zugangsdaten. Die Besitzer merken meist nichts davon.

Backdoor (Hintertür)

Heimlicher Zugang, der die reguläre Anmeldung umgeht. Angreifer legen ihn nach einem erfolgreichen Einbruch an, um auch nach dem Schließen der ursprünglichen Lücke zurückkehren zu können – der Grund, warum ein Wiederaufsetzen ohne Ursachenklärung selten hilft.

Keylogger (Tastaturrekorder)

Software oder kleines Gerät, das jede Tastatureingabe mitschneidet – Passwörter eingeschlossen. Wird über Schadsoftware eingeschleust oder unbemerkt zwischen Tastatur und Rechner gesteckt.

KI-gestützte Angriffe (AI-powered Attacks)

Einsatz generativer Modelle durch Angreifer: fehlerfreie Phishing-Texte in jeder Sprache, geklonte Stimmen beim CEO-Betrug, schnellere Auswertung erbeuteter Daten. Die Methoden bleiben dieselben – die Hürde sinkt.

Verteidigung & Betrieb

SOC (Security Operations Center)

Zentralisiertes Team aus Sicherheitsexperten, das Systeme rund um die Uhr überwacht und auf Sicherheitsvorfälle reagiert.

SIEM (Security Information and Event Management)

Plattform, die sicherheitsrelevante Logs aus der gesamten IT sammelt, korreliert und auswertet, um Bedrohungen zu erkennen.

EDR / XDR (Extended Detection & Response)

Erkennung und Reaktion auf Bedrohungen über Endpoint, Netzwerk, E-Mail und Cloud hinweg – mit verhaltensbasierten Klassifikatoren.

MDR (Managed Detection & Response)

Als Service betriebene Bedrohungserkennung und -reaktion durch externe Sicherheitsexperten – ohne eigenes SOC.

SOAR (Security Orchestration, Automation & Response)

Technologie, die Sicherheitsprozesse automatisiert und Incident-Response-Workflows orchestriert, um schneller zu reagieren.

Incident Response (Incident Response (IR))

Strukturierter Prozess zur Erkennung, Eindämmung, Analyse und Behebung von Sicherheitsvorfällen sowie zur Wiederherstellung des Betriebs.

DFIR (Digital Forensics & Incident Response)

Gerichtsfeste Sicherung und Analyse digitaler Beweise nach einem Sicherheitsvorfall zur lückenlosen Aufklärung.

Penetrationstest (Pentest)

Autorisierter, simulierter Angriff auf ein System, um Sicherheitslücken zu identifizieren, bevor echte Angreifer sie ausnutzen.

Threat Hunting (Bedrohungsjagd)

Proaktive Suche nach versteckten Bedrohungen im eigenen Netzwerk, die automatisierte Erkennungssysteme nicht gefunden haben.

Threat Intelligence (Bedrohungsaufklärung)

Aufbereitete Informationen über Bedrohungsakteure, Angriffsmethoden und Indikatoren zur proaktiven Verteidigung.

Vulnerability Mgmt (Schwachstellenmanagement)

Kontinuierlicher Prozess zur Identifikation, Bewertung, Priorisierung und Behebung von Sicherheitslücken.

Red / Blue Team (Red Team & Blue Team)

Übungsformat, bei dem ein Angriffsteam (Red) reale Angriffe simuliert und ein Verteidigungsteam (Blue) sie erkennt und abwehrt.

DMZ (Demilitarisierte Zone)

Abgeschotteter Netzbereich zwischen Internet und internem Netz. Dort stehen Systeme, die von außen erreichbar sein müssen – Web-, Mail- oder VPN-Server. Wird eines davon übernommen, steht der Angreifer noch nicht im Firmennetz.

IDS / IPS (Intrusion Detection / Prevention System)

Systeme zur Erkennung von Angriffen im Netzwerkverkehr. Ein IDS meldet, ein IPS blockiert zusätzlich selbst. Der Unterschied ist eine Betriebsentscheidung: Blocken verhindert Schaden, kann bei einem Fehlalarm aber auch den Betrieb stören.

HSTS (HTTP Strict Transport Security)

Anweisung einer Website an den Browser, sie künftig ausschließlich verschlüsselt aufzurufen. Schließt die Lücke beim allerersten Aufruf, in der ein Angreifer die Weiterleitung auf HTTPS noch abfangen könnte.

IoC (Indicator of Compromise)

Konkrete Spur eines Angriffs – eine Datei mit bekanntem Hashwert, eine kontaktierte Adresse, ein auffälliger Registry-Eintrag. Ein SOC gleicht laufend gegen solche Merkmale ab; sie sind die Währung der Threat Intelligence.

OT-Sicherheit (Operational Technology, ICS)

Absicherung von Produktions- und Steuerungstechnik – Maschinen, SPS, Leitsysteme. Dort gelten andere Regeln als in der Büro-IT: Anlagen laufen zwanzig Jahre, ein Neustart zur Patch-Installation kostet Produktion, und Verfügbarkeit wiegt schwerer als Vertraulichkeit.

Cyber Defense Center (CDC, Synonym für SOC)

Andere Bezeichnung für ein Security Operations Center; manche Häuser fassen darunter zusätzlich Threat Intelligence und Forensik. Die Bezeichnung sagt wenig – entscheidend sind Besetzungszeiten, angebundene Datenquellen und die zugesagte Reaktionszeit.

CSIRT / CERT (Computer Security Incident Response Team)

Die Mannschaft, die bei einem Sicherheitsvorfall übernimmt: eindämmen, aufklären, wiederherstellen. Größere Häuser halten ein eigenes vor, alle anderen holen es sich im Ernstfall dazu – entscheidend ist, dass vorher feststeht, wer angerufen wird.

Honeypot (Köder-System)

Bewusst verwundbar wirkendes System ohne produktiven Zweck. Jeder Zugriff darauf ist per Definition verdächtig – deshalb liefert ein Honeypot fast keine Fehlalarme und verrät Angreifer, die sich bereits im Netz bewegen.

Vulnerability Assessment (Schwachstellenanalyse)

Systematische Erhebung und Bewertung bekannter Schwachstellen in Systemen und Anwendungen. Liefert eine priorisierte Liste – versucht aber, anders als ein Penetrationstest, nicht, die Lücken auszunutzen.

Vulnerability Scanning (Schwachstellen-Scan)

Der automatisierte Teil einer Schwachstellenanalyse: Ein Werkzeug gleicht Versionen und Konfigurationen gegen Schwachstellendatenbanken ab. Schnell und breit, aber ohne Urteil darüber, wie gefährlich ein Fund im konkreten Umfeld ist.

VAPT (Vulnerability Assessment and Penetration Testing)

Im englischen Sprachraum übliche Sammelbezeichnung für die Kombination beider Verfahren: Die Analyse findet Bekanntes in der Breite, der Penetrationstest prüft die tatsächliche Ausnutzbarkeit in der Tiefe.

Sicherheitsaudit (Security Audit)

Strukturierte Prüfung von Technik, Prozessen und Dokumentation gegen einen festgelegten Maßstab – etwa ISO 27001 oder den BSI-Grundschutz. Ergebnis ist ein Soll-Ist-Abgleich mit Feststellungen, kein Angriffsversuch.

DAST (Dynamic Application Security Testing)

Prüfung einer laufenden Anwendung von außen, ohne Einblick in den Quelltext – so, wie ein Angreifer sie vorfindet. Findet Fehler, die erst zur Laufzeit sichtbar werden.

SAST (Static Application Security Testing)

Analyse des Quelltexts, bevor die Anwendung läuft. Findet unsichere Muster früh in der Entwicklung, kann aber nicht beurteilen, ob sie im Betrieb überhaupt erreichbar sind.

Breach and Attack Simulation (BAS)

Fortlaufend automatisierte Simulation bekannter Angriffstechniken gegen die eigenen Schutzmaßnahmen. Prüft nicht, ob Lücken existieren, sondern ob die vorhandene Erkennung anschlägt.

MSSP (Managed Security Service Provider)

Dienstleister, der Sicherheitsfunktionen wie Überwachung, Erkennung und Reaktion im Auftrag betreibt – Security as a Service statt eigenem Team und eigener Plattform.

Konzepte & Technik

Zero Trust (Zero-Trust-Modell)

Sicherheitskonzept, das keinem Nutzer oder Gerät vertraut – innerhalb wie außerhalb des Netzwerks – und jeden Zugriff explizit verifiziert.

MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung)

Authentifizierung mit mehreren unabhängigen Faktoren – deutlich sicherer als ein reines Passwort.

IAM (Identity & Access Management)

Rahmenwerk zur Verwaltung digitaler Identitäten und Zugriffsrechte – nur berechtigte Nutzer erreichen bestimmte Ressourcen.

PAM (Privileged Access Management)

Verwaltung und Kontrolle privilegierter Konten und deren Zugriffsrechte auf besonders kritische Systeme.

SSO (Single Sign-On)

Einmalige Anmeldung, mit der ein Nutzer Zugang zu mehreren verbundenen Anwendungen erhält, ohne sich erneut einzuloggen.

CASB (Cloud Access Security Broker)

Sicherheitslösung, die als Vermittler zwischen Cloud-Nutzern und -Diensten Richtlinien für Datensicherheit und Compliance durchsetzt.

DLP (Data Loss Prevention)

Technologie zum Schutz vor Datenabfluss durch Überwachung und Kontrolle sensibler Daten in Bewegung und Ruhe.

SSL / TLS (Secure Sockets Layer / Transport Layer Security)

Protokoll für verschlüsselte Verbindungen im Netz – die Technik hinter dem Schloss-Symbol im Browser. SSL ist der veraltete Vorgängername; im Einsatz ist heute ausschließlich TLS, auch wenn im Sprachgebrauch weiter von SSL die Rede ist.

Hashwert (Hashfunktion, Hash)

Prüfsumme fester Länge, die aus beliebigen Daten berechnet wird und sich bei der kleinsten Änderung vollständig ändert. Dient dem Nachweis der Unverfälschtheit von Dateien und der Speicherung von Passwörtern – aus dem Hashwert lässt sich das Original nicht zurückrechnen.

Least Privilege (Prinzip der geringsten Rechte)

Jedes Konto bekommt genau die Rechte, die es für seine Aufgabe braucht – nicht mehr. Die wirksamste Einzelmaßnahme gegen die Ausbreitung eines Angriffs: Wer ein Konto übernimmt, erbt nur dessen Rechte.

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Anmeldung mit zwei Nachweisen aus verschiedenen Kategorien: etwas, das man weiß (Passwort), und etwas, das man besitzt (Token, App) oder ist (Fingerabdruck). Der Spezialfall der Mehr-Faktor-Authentifizierung mit genau zwei Faktoren – und die wirksamste Einzelmaßnahme gegen gestohlene Passwörter.

CAPTCHA (auch reCAPTCHA, Turnstile)

Automatisierte Prüfung, ob ein Mensch oder ein Programm ein Formular absendet. Moderne Verfahren werten dafür Verhalten und technische Merkmale aus, statt verzerrte Buchstaben abzufragen. Schützt vor Spam und massenhaften Anmeldeversuchen, ersetzt aber keine Zugriffskontrolle.

CIA-Triade (Confidentiality, Integrity, Availability)

Die drei Schutzziele der Informationssicherheit: Vertraulichkeit (nur Befugte sehen die Daten), Integrität (die Daten sind unverfälscht) und Verfügbarkeit (sie sind da, wenn sie gebraucht werden). Jede Sicherheitsmaßnahme lässt sich einem dieser Ziele zuordnen.

IT-Sicherheitskonzept (Security Concept)

Dokument, das Schutzbedarf, Risiken und die daraus abgeleiteten technischen und organisatorischen Maßnahmen eines Unternehmens beschreibt. Es beantwortet drei Fragen: Was ist zu schützen, wovor, und mit welchen Mitteln – und ist bei Ausschreibungen, Audits und Cyber-Versicherungen regelmäßig gefordert.

IT-Governance

Der Rahmen aus Verantwortlichkeiten, Regeln und Kennzahlen, mit dem die Geschäftsleitung die IT steuert. Informationssicherheit ist ein Teil davon – deshalb lässt sich die Verantwortung nach NIS2 auch nicht an die IT-Abteilung delegieren.

OWASP Top 10 (Open Worldwide Application Security Project)

Regelmäßig aktualisierte Liste der zehn häufigsten Schwachstellenklassen in Webanwendungen. De-facto-Prüfmaßstab für den Test von Web-Anwendungen und APIs.

API-Sicherheit (API Security)

Absicherung von Programmierschnittstellen gegen Authentifizierungsfehler, fehlende Rechtetrennung und übermäßige Datenpreisgabe. APIs sind heute oft die größte Angriffsfläche einer Anwendung – und die am seltensten geprüfte.

Metasploit (mit dem Modul Meterpreter)

Verbreitetes Framework für Penetrationstests mit einer Sammlung von Exploits und Nutzlasten; Meterpreter ist die bekannteste davon. Wird von Testern und Angreifern gleichermaßen eingesetzt.

CVSS (Common Vulnerability Scoring System)

Standardisiertes Bewertungssystem für Schwachstellen auf einer Skala von 0 bis 10, das Schweregrad und Dringlichkeit beschreibt.

CVE (Common Vulnerabilities and Exposures)

Öffentlicher Katalog eindeutig benannter, bekannter Sicherheitslücken – die gemeinsame Sprache der Schwachstellenwelt.

Netzwerksegmentierung (Network Segmentation)

Aufteilung eines Netzwerks in isolierte Bereiche, um die Ausbreitung von Angriffen zu begrenzen und Zugriffe zu kontrollieren.

Sandbox

Isolierte Testumgebung, in der verdächtige Dateien sicher ausgeführt und analysiert werden, ohne das echte System zu gefährden.

Verschlüsselung (Encryption)

Umwandlung von Daten in ein unlesbares Format, das nur mit dem passenden Schlüssel entschlüsselt werden kann.

Quellen und weiterführende Informationen

Zuletzt aktualisiert am · Inhaltlich verantwortlich: Christian Renkes, Geschäftsführer der Nica Systems GmbH.

Kontakt

Nica Systems GmbH, Reisholzer Bahnstraße 41, 40599 Düsseldorf
Telefon: 0211 17520840
E-Mail: Kontaktformular
Erreichbarkeit: Mo–Fr 09:00–17:00 Uhr, Incident Response rund um die Uhr

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